Der Schweizer-Club Aachen e.V. hat eine lange Geschichte! Hier einige der wichtigsten Ereignisse, entnommen den Festschriften zu verschiedenen Jubiläumsfeiern:

Auszug aus der Chronik zur 100-Jahr-Feier 1991:

Anlässlich des 600. Geburtstages der Schweizer Heimat im Jahre 1891 gründeten auf Initiative von Hans Krebser aus Thun einige in Aachen ansäßige Schweizer den "Schweizer-Club Aachen". Es war kein exklusiver Club, sondern es waren Landsleute aller Stände, die sich zusammenschlossen und Hans Krebser zu ihrem ersten Präsidenten wählten.

(Foto: Chronik 100-Jahr-Feier)


Hans Krebser war 1882 zu seiner Berufsausbildung nach Aachen gekommen, fand hier seine Lebensgefährtin und wurde sesshaft.
Im Schweizer-Club entwickelte sich ein reges Vereinsleben, an dem auch zahlreiche junge Landsleute lebhaften Anteil nahmen, die zum Studium in Aachen weilten (Technische Hochschule und Textil-Hochschule).
Ziele des jungen Vereines waren die Pflege der Sitten und Gebräuche der Heimat und die Unterstützung notleidender Landsleute. Die Entwicklung des Schweizer-Clubs wurde jäh durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrochen. Am 1. August 1914, dem Tag, an dem die jährliche Bundesfeier stattfand, eilten viele der jungen Schweizer zu den Waffen in die alte Heimat. Mancher der Zurückgebliebenen geriet durch die Kriegsverhältnisse unverschuldet in Not: die Heimat half, wo sie konnte, und regelmäßige Lebensmitteltransporte halfen über Vieles hinweg. Auch Hans Krebser kehrte 1917 in die Schweiz zurück. Er war den seelischen Belastungen und Enttäuschungen durch den Krieg nicht gewachsen.

Sein Sohn Willy Krebser übernahm als sein Vertreter die Führung des Schweizer-Clubs und vertrat zugleich als Vertrauensmann des Konsulates Düsseldorf in der sehr schwierigen Separatistenzeit die Belange der Schweizer. Unter seiner Präsidentschaft blühte der Club allmählich wieder auf.

(Foto: Chronik 100-Jahr-Feier)

In der Zeit des Nationalsozialismus kam das Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen.

Nach dem Krieg war Willy Krebser maßgeblich daran beteiligt, dass durch die eidgenössische Hilfsaktion tausende Aachener Kinder gespeist wurden. In einer großen Hilfsaktion sammelte er rund 60.000 Schweizer Frankun, um u.a. Medikamente zu kaufen.

Erst 1952 erfolgte die Wiedergründung des Schweizer-Clubs, zu dessen Präsidenten Willy Krebser erneut gewählt wurde. 1957 legte Willy Krebser das Amt aus Gesundheitsgründen nieder.

(Foto: Chronik 100-Jahr-Feier)

Von 1957 bis 1977 folgte die Präsidentschaft von Eduard Diethelm. Sein ruhiges und herzliches Wesen und sein tatkräftiger Einsatz waren Kennzeichen jener Zeit. Unter seiner Führung wurde 1961 das 70-jährige Bestehen gefeiert. Er knüpfte gute Beziehungen zum Schweizerischen Reit- und Fahrsportverein und veranstaltete zum alljährlichen Reitturnier ein gemeinsames Zusammentreffen der Equipen mit den Clubmitgliedern. Aus Gesundheitsgründen gab Herr Diethelm die Präsidentschaft im Jahre 1977 an Herrn Rolf Merkli ab.

Von 1977 bis 1980 übernahm Rolf Merkli die Präsidentschaft. Seinen Bemühungen, neuen Ideen in den Verein einzubringen, verdankt der Club die alljährliche Dreikönigsfeier. Seine Präsidentschaft endete im Jahre 1980, weil Herr Merkli aus beruflichen Gründen nach Mexiko ging.

(Foto: Chronik 100-Jahr-Feier)

Ab 1980 leitete Herbert Scheurer die Geschicke des Clubs. Es gelang ihm immer wieder, zusammen mit seinen aktiven Vorstandsmit­gliedern, dem Vereinsleben neue Impulse zu geben.

(Foto: Chronik 100-Jahr-Feier

Auszug aus der Chronik zur 120-Jahr-Feier (2011):

Im Jahre 1992 stellte Herbert Scheurer aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Bedauerlicherweise wollte aus den Reihen der Mitglieder niemand das Amt übernehmen.

Um das Weiterbestehen des Clubs zu gewährleisten, übernahm die Gattin von Herbert Scheurer, Frau Monika Scheurer, die Präsidentschaft mit der Option, dass baldmöglichst ein neuer Präsident gefunden werden sollte, da das "Familiengespann Scheurer" lange genug viel Arbeit und Zeit in den Club investiert hatte! „Baldmöglichst“ dauerte aber bis 1999…. !

Während der Präsidentschaft von Frau Scheuer konnte die Gemeinnützigkeit des Schweizer-Clubs Aachen durchgesetzt werden. Seither sind die Mitgliedsbeiträge und Spenden steuerabzugsfähig. Da Monika Scheurer in den neunziger Jahren in der Auslandschweizerorganisation (ASO) und auch an der deutschsprachigen Ausgabe der „Schweizer Revue“ mitwirkte, waren die Vereinsmitglieder über viele überregionale Themen bestens informiert.

Mit Claas Behrendt stellte der Schweizer-Club Aachen von 1999 bis 2007 Aachen den mit damals 28 Jahren jüngsten Präsidenten der Vereins- und ASO-Geschichte! In seiner Amtsperiode nahm der Computer Einzug in die Vorstandsarbeit und die Vereinsverwaltung. Und auch im Internet ist man seitdem mit einer eigenen Homepage vertreten.

Nach mehr als 50 kulturellen, musischen, informativen und häufig auch sportlichen Veranstaltungen gab Claas Behrendt - da er bereits seit 2003 aus beruflichen Gründen mit seiner Familie in der Nähe von Frankfurt lebte - die Präsidentschaft ab. Als Kassierer unterstützte er aber noch einige Jahre die Vereinsarbeit.
2007 gaben auch die langjährige Kassiererin Cordula Stähelin-Söhngen, sowie das Vorstandsmitglied Brigitte Josi ihren Rücktritt bekannt.

Alex Hauenstein stellte sich für das vakante Amt des Präsidenten zur Verfügung. Unter seinem Vorsitz wurde der Internetauftritt „modernisiert“, ein neues Erscheinungsbild wurde gestaltet, für die Neujahrsfeier wurden gesponserte und gekaufte Preise für das Bingo-Spiel organisiert. Die drei Hauptveranstaltungen „Neujahrstreffen, Generalversammlung und 1. Augustfeier“ wurden für einige Jahre für die Mitglieder kostenfrei, ein jährliches Treffen mit den Schweizern aus der Euregio Maas-Rhein initiiert und Schwiizer-Düütsch-Träffs eingeführt. Die 120-Jahresfeier wurde organisiert und die Vereinschronik aufgearbeitet. Die Mitgliederbeiträge wurden zeitgemäß leicht nach oben angepasst.

Die letzten Jahre - seit 2013

Alex Hauensteins beruflicher Schwerpunkt verlagerte sich in die Schweiz und 2013 übernahm das Vorstandsmitglied Marianne Huppenbauer das Präsidium. Der Schweizer-Club präsentierte sich von nun auch auf Facebook, alte Vereinstraditionen wurden teilweise erneuert, mit neuen Spielen und Ideen. Der Verein stellt sich alle zwei Jahre am Ehrenwert-Tag der Aachener Vereine der Öffentlichkeit vor. Die 125-Jahr-Feier wurde 2016 mit der aktiven Mithilfe einiger Mitglieder außerhalb des Vorstandes vorbereitet und durchgeführt. Die Feier fand großen Anklang bei den Teilnehmenden von nah und fern. Zu Gast waren u.a. Generalkonsul Markus Meli aus Frankfurt und die Präsidentin der ASO Deutschland, Frau Elisabeth Michel. Musikalisch begleitet wurden wir von den Eifeler Alphornissen und dem Sänger und Unterhalter Michael Hasenfratz, in Berlin lebender Schweizer. Der Vorstand präsentiert sich als Gruppe von aktiven Leuten, jede/r hat seine/ihre Aufgabe, die anfallende Arbeit wird gemeinsam geleistet.

In der Zeit nach der 125-Jahr-Feier und evtl. als Folge einiger Jahre aktiver Werbung im Internet und am Ehrenwerttag, gewann der Verein 2016 viele neue, auch jüngere, Mitglieder. Der vielen Schweizer Ausland-Vereinen drohenden Überalterung konnte mit Erfolg entgegen gewirkt werden!

Marianne Huppenbauer, Herzogenrath, Januar 2017

Eine Chronik aus dem Jahre 1961, die Festschrift zur 100-Jahr-Feier 1991, sowie eine Chronik anlässlich der 120 – Jahr Feier 2011 können beim Verein eingesehen werden. Der hier vorliegende Text bezieht Inhalte aus diesen drei Schriften.